Was in weißem Tee steckt: Forscher finden mehr Koffein als in grünem
Tee
(aid) - Rot, Grün, Schwarz, Kräuter und Aroma - Tee gibt es in zahlreichen
Sorten. Seit einigen Jahren bereichert eine neue Variante die
Teelandschaft: der weiße Tee. Er gilt als besonders koffeinarm und reich an
gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffen, den Polyphenolen.
Ebenso wie schwarzer und grüner Tee, stammt er vom Teestrauch (Camellia
sinensis) ab und bezeichnet dessen noch nicht oder gerade eben geöffnete
Knospen. Diese jungen Blätter sind von einem hellen Flaum überzogen,
welcher sie fast weiß erscheinen lässt. Auch der Aufguss ist extrem hell und
mild. Eine allgemein akzeptierte Definition für weißen Tee fehlt jedoch.
Unklar ist zum Beispiel die Herkunft: Einige Literaturquellen nennen
ausschließlich die chinesische Provinz Fujian, andere sprechen von der
Produktion weißen Tees in mittlerweile fast allen Teeregionen der Erde.
Eine Untersuchung der Technischen Universität Braunschweig nähert sich
dem Phänomen des weißen Tees von einer neuen Seite. Die Forscher verglichen
die chemische Zusammensetzung von acht weißen und drei grünen Tees. Dabei
zeigte sich, dass weißer Tee mit vier bis fünf Prozent vergleichsweise viel
Koffein enthält. Der Durchschnittswert für
grünen Tee liegt mit nur zwei
bis vier Prozent darunter. Dafür ist grüner Tee reichhaltiger an
bestimmten sekundären Pflanzenstoffen. Zum Beispiel an
Flavonolglykosiden, die das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt
senken sollen. In etwa gleich hoch ist der Gesamtgehalt an Polyphenolen und
der Aminosäure Theanin, welcher beruhigende Eigenschaften nachgesagt
werden. Zu beachten ist allerdings, dass die Untersuchung nur Tendenzen
andeuten kann. Erst eine Auswertung von deutlich mehr Proben erlaubt
konkrete Aussagen. Bis dahin bleibt die Frage, ob Weiß oder Grün wohl vor
allem eine Geschmackssache. Zubereitet wird weißer Tee übrigens wie
grüner: Wasser aufkochen, auf etwa 80 Grad Celsius abkühlen lassen und über
die Teeblätter gießen. Da der Tee nicht bitter wird, können die Blätter in
der Kanne bleiben - und sogar ein zweites Mal mit heißem Wasser aufgegossen
werden.